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Hirtl Claudia
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Die Künstlerin Claudia Hirtl
 

In Bezug auf westliche Abstraktion ist Hirtls Arbeit insofern wegbeschreitend, als hier der traditionellen Unhinterfragbarkeit des Sublimen (mit all seinen Machtansprüchen) nachvollziehbare Ebenen materieller und konzeptueller Natur entgegengesetzt werden. Diese nicht-gestische, durch Linien aufgebaute Abstraktion erklärt sich gewissermassen selbst: durch die Materialität der Malerei, den Einsatz von Pigmenten und Zeichen, die Mehrfachschichtung von Bildebenen, aber vor allem auch durch die minimalistische Methodik der Repetition, die in der Aneinanderreihung von Bildlösungen, in der stetigen Neudefinition von bereits erarbeitetem Material, ein komplexes System von Bild- und Zeichenfindung darstellt, das sich in der Wiederholung nicht selbst kopiert, das in Bewegung steht und Neuland abtastet.

Das "Dazwischen" von Kulturen, Ausdrucksformen und Begriffen wird nicht zuletzt durch die vibrierende Optik von Hirtls Malerei transportiert, die, gleich repetitiver musikalischer Rhythmen und Refrains, sich in der Wiederholung nicht selbst kopiert, sondern durch Überlagerungen neue Töne und Formen hervorbringt. Diese Schwingungen, in den einzelnen und in der Gesamtheit der Bilder, sprechen die BetrachterInnen auf sinnlicher Ebene an und machen die Vielschichtigkeit jener interkulturellen Zwischenräume spürbar.


Foto: Roslyn Kean